Der verfluchte Dreiklang

Auf Mike Rinders Blog gab es am 30.4.2014 den Hinweis auf ein interessantes Buch und einen Auszug einer Veröffentlichung von “Signs of Times.”

http://www.sott.net/article/268449-Empathic-people-are-natural-targets-for-sociopaths-protect-yourself

Wegen seiner Wichtigkeit möchte ich den Inhalt, frei auf Deutsch wiedergegeben, hier veröffentlichen.

Bei einem Soziopathen handelt sich um einen psychologischen Zustand, der sehr ausführlich von Wissenschaftlern untersucht und beschrieben wurde. Dabei verweise ich auf das Buch von Dr. Jane und Tim McGregor “Addiction Today “ und den erwähnten englischen Artikel an.

Wir kennen Hans Christian Andersons “Des Kaisers neue Kleider” mit den beiden Webern, die dem Herrscher einen neuen Anzug versprechen, der von denen, die dumm und nicht für ihre Ämter geeignet sind, nicht gesehen werden kann. Beim Vorführen des neuen Gewandes will keiner der Anwesenden in negativen Licht erscheinen und gibt vor, die Kleidung zu sehen. Die einzige aufrichtige Person ist ein Kind, das ausruft “Aber er ist ja nackt!”

Man muss sich wagen, den Soziapath so zu sehen, wie er wirklich ist. Meistens sind wir jedoch so erzogen, dass wir schweigen und so tun, als ob wir nichts wahrnähmen oder uns Missbrauch unterordnen und Verbrechen rechtfertigen. Bewusstes Hinschauen ist der erste Schritt, die negativen Einflüsse eines Soziapathen einzugrenzen. Beispiele für den verheerenden Einfluss, den Soziopathen ausüben können, gibt es viele. Wir brauchen ja nur an Deutschlands jüngste Geschichte mit dem Soziopathen Hitler zu denken.

Nach McGregor gibt es drei Parteien in diesem grausamen Spiel: Den Apathen, den Empathen und den Soziopathen.

Der Apath ist der Mitläufer, der die Gunst des Soziapathen haben möchte, der wenig Interesse für oder sich neutral gegenüber der angegriffenen Person, dem Empathen, verhält. Der Apath schwimmt mit dem Strom. Der Apath bevorzugt blind zu sein, d.h. er will nicht sehen, dass der Kaiser nackt ist. Der Apath mag auch nicht das Böse konfrontieren, sondern bei allem nur etwas Gutes sehen. Er mag auch mit zu viel anderem beschäftigt sein, als dass er sich aufrafft, für das einzutreten, was richtig ist. Es ist als ob sein Gewissen eingeschlafen ist. So folgen solche Leute blind einem Führer, der zwar vorgibt, für das Gemeinwohl zu kämpfen, in Wirklichkeit aber nur aus Eigeninteresse handelt. In diesem Zusammenhang hatte mich schon lange das Phänomen interessiert, wie abends liebende Familienväter sich tagsüber ohne Zwang in grausame KZ-Wärter verwandeln konnten.

Der Empath ist gewöhnlich sehr wahrnehmungsfähig und einsichtig und gehört zu den 40% der Bevölkerung, die instinktiv weiß, wenn etwas nicht stimmt. Es wird vermutet, dass es eine positive Verbindung zwischen Empathie und gefühlsmäßiger Intelligenz gibt. Praktisch ergibt sich daraus, dass man seine eigenen Gefühle versteht, anderen zuhören und mit ihnen mitfühlen kann. Besonderes Attribut des Empathen ist, dass er Verständnis für emotionalen Kummer anderer hat. In Filmen und Romanen werden oft die Personen bewundert, die sich weigern mit der Menge zu schwimmen. Im Leben jedoch fühlen sich die 56-58% Mitläufer eher mulmig, wenn sich jemand zu weit vorwagt. Sie sehen den Empathen eher als problematisch an. Der Empath, der sich für das Wohl, Sicherheit und Freiheit anderer einsetzt, kann in der Umgebung von Apathen in die Position des Einzelkämpfers gebracht und auf die Knie gezwungen werden, und zwar um so leichter und schneller je mehr untätige und apathische Menschen sich in seiner Nähe befinden. Der Empath ruft aus, dass der Kaiser nackt ist. Er zieht somit die Aufmerksamkeit des Soziopathen auf sich und bedeutet für ihn eine Bedrohung.

Der Soziopath zeichnet sich durch unablässige Machenschaften und Verletzung der Menschenwürde anderer aus. Der Empath spürt dass etwas nicht stimmt und traut sich, es auszusprechen. Dadurch richtet er den Hass des Soziopathen auf sich, der sich zur Vernichtung des Empathen die Unterstützung von Apathen sichert. Apathen erhalten oft Spitzenpositionen, Vergünstigungen oder Versprechungen, um zum Kampf gegen den Empathen gewonnen zu werden. So sieht sich der Empath schließlich nicht nur dem Soziopathen, sondern einer ganzen Herde von Apathen gegenüber An dieser Stelle wird ein unausgesprochener faustischer Pakt mit dem Soziopathen geschlossen, der ihn an allmöglichen Grausamkeiten teilnehmen lässt. Soziopathen verursachen in verdeckter Weise unglaublichen Schaden. Während sie vorgeben, nur das Beste im Sinn zu haben, arbeiten sie in Wirklichkeit daran, andere zu vernichten.

Der Soziopath-Empath-Apath Dreiklang läuft wie folgt ab: Der Empath beobachtet, wie der Soziopath etwas Linkes dreht und macht darauf aufmerksam. Der Soziopath lenkt die anderen sofort von der Spur und macht den Empathen für den Missstand verantwortlich. Der Empath wird das Opfer von ungerechter Behandlung, sobald die Apathen die Ansicht des Soziopathen bekräftigen. Der Ausgang ist schlecht für den Empathen, oft aber später auch für die Apathen, wenn sie entweder ihr Gewissen plagt oder sie selber Opfer des Soziopathen werden. Frustrierender Weise kommt der Soziopath oft ungeschoren davon. Die Vorgehensweise des Soziopathen ist getestet und garantiert Erfolg und wird deshalb nur äußerst selten abgeändert.

Soziopathen gewinnen Apathen auf verschiedenste Weise: Schmeicheln, Bestechen, Desorientierung durch Lügen und falsche Versprechungen (im Falle von Scientology mit dem Versprechen den einzigen Weg zu Unsterblichkeit und totaler Freiheit zu besitzen und damit die Gesellschaft vor ihrem sicheren Untergang retten zu können). McGregor gibt dazu ein kurzes Beispiel:

Stephan und Robin arbeiten an einer berühmten Universität gemeinsam als Mikrobiologen an einem wichtigen Versuch, einen neuen Impfstoff zu testen. Ihr Abteilungsleiter Benjamin erhofft sich einen durchschlagenden Erfolg davon, der seinen Namen auf diesem Feld bekannt machen würde und ihm zu einer glanzvollen Karriere verhelfen könnte. Seine Kollegen sammeln unaufhörlich Daten für ihn, während er eine Veröffentlichung in einer angesehenen Fachzeitschrift entwirft. Er sieht dass die Ergebnisse nicht unbedingt beeindruckend sind und verfälscht wesentliche Fakten derart, dass die Ergebnisse hervorragend aussehen. Er reicht seinen Mitarbeitern den Entwurf zur Begutachtung ein. Stephan erwidert, dass ihm das Manuskript sehr gut gefällt und nutzt die Gelegenheit, sich bei seinem Chef einzuschmeicheln. Robin ist jedoch entsetzt, erkennt kolossale Fehler und sendet aufgeregt eine entsprechende Email an Benjamin. Als er weder darauf noch auf seine telefonischen Versuche eine Antwort erhält, macht er sich auf, Benjamin direkt aufzusuchen. Dabei trifft er Stephan und Benjamin in der Kantine.

Benjamin hatte bereits Stephans Verstand vergiftet, indem er vorgab, Robert hätte seinen Entwurf nur deshalb verworfen, weil er schon längere Zeit mit ihm verfeindet wäre. Er sagte, er hätte vor Monaten Robert hinsichtlich seiner eigenen Arbeit zurechtweisen müssen. Er, Stephan, sei anders und verdiene Beförderung, besonders wenn durch diese Veröffentlichung neue Gelder für die nächsten Teste zur Verfügung gestellt würden. Stephan war zunächst schockiert, ließ sich aber durch Benjamins zügige Schmeicheleien und Andeutungen überzeugen.

Robin setzt sich zu ihnen. Nach einem Moment peinlichen Schweigens, Benjamin erhielt ein zustimmendes Lächeln von Stephan, beginnt das Spiel. “Ja, wir sprechen gerate über die Veröffentlichung. Nebenbei bemerkt, ich habe Deine Email erhalten. Aber wenn Du Dir die Veröffentlichung genau ansiehst, wirst Du feststellen, dass alles vollständig korrekt ist.” ”Dem kann ich nur beipflichten,” bestätigt Stephan. “Ihr müsst ja wohl verrückt sein; mit all den schwerwiegenden Fehlern ist unser Ruf ruiniert.” Robin will seine Position halten und seinen Namen von der Veröffentlichung entfernt wissen. Zu seinem Verdruss muss er jedoch erfahren, dass das Manuskript nicht nur eingereicht, sondern bereits veröffentlich wurde.

Robins Position wurde danach immer unangenehmer, seine Kollegen begannen in ihm einen Saboteur ihrer Arbeit zu sehen. Schließlich konfrontierte ihn Ben: “Viele Deiner Kollegen sind unzufrieden mit Deinem Vorgehen und haben sich über Dich beschwert. Sie trauen Dir nicht mehr, nachdem Du ihre harte Arbeit zu sabotieren versuchtest. Glücklicherweise haben die kritischen Rezensenten erkannt, welch hervorragende Arbeit wir geleistet haben und nichts von Deinen Versuchen, die Arbeit in schlechtem Licht erscheinen zu lassen, bemerkt. Wir können es uns nicht leisten, einen Saboteur in unseren Reihen zu haben. Ich habe die Angelegenheit mit unserem Dekan besprochen, und wir haben beschlossen, dass es für Dich hier keine Zukunft gibt. Du musst gehen.”

Die Parallelen zur heutigen Scientology-Kirche sind deutlich erkenntlich.

Für uns, die Scientology als Kirche und Organisation verlassen haben, ergibt sich die Frage: Sollen wir einfach zusehen, wie andere sich weiter verdummen, ausnutzen und unterwerfen lassen?

Sicher ist jeder seines Glückes Schmied; aber dürfen wir ihn, gehirngewaschen und verwirrt, sich selbst vernichten lassen?

Oder wäre es nicht viel besser, ganz gleich wie nahe uns andere Scientologen sind, zumindest mit einem offenen Bekenntnis einzugreifen, auch wenn es die unangenehmen Folgen des SP-Declares mit allen seinen Konsequenzen nach sich zieht?

Je mehr sich von uns trauen, desto schneller wird der Albtraum dieser “Kirche” vorbei sein!

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